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Oh Gott, oh Gott!


Oder doch besser, oh Planer, oh Planer, was habt ihr mir angetan? Bald ist es wieder vorbei und ich muss wieder in das nach Schweiß riechende Fitnessstudio. Aber mal von vorn. Ich wohne in der schönen Landeshauptstadt Magdeburg. Sie ist wohl eine der Grünsten in Deutschland. Sie hat liebe und geduldige Einwohner und… Planer. Wobei sich hinter dem Wort Planer ja irgendwie der Sinn des Planens verbirgt. Das sind dann doch keine Planer. Chaoten wäre sicher noch die netteste Umschreibung. Willst du von A nach B, dann fahre über C, D, E, F, G, H, I, J und K. Der Rest dazwischen ist Stopp, Umleitung, Stau oder es geht gar nichts mehr. Lieber Chaot Planer, wenn Du Dein Toilettenrohr abgebaut hast, wirst Du Dich nicht auf den Topf setzen und mal probieren wie viel Menge Du so runterspülen kannst. Oh, ich merke, es geht wieder mit mir durch. Vorbei sind also bald die Zeiten wo man so richtig Frust ablassen konnte. Seinem Autonachbar den Stinkefinger zeigen und kurz vor dem Herzkaspar ging es dann wieder einen Meter weiter. Das verbraucht jede Menge Kalorien. Noch ein kleiner Tipp. Ruft nicht die Stadtverwaltung an, wenn ihr eine Lücke im gesperrten Straßendschungel findet. Die schicken sogar ihre Planer los, bewaffnet mit Umleitungsschildern, um diese Lücke sofort zu schließen. Wenn schon alle über die Planer meckern, wollen sie wenigstens eine Aufgabe richtig machen. Magdeburg dicht machen!
Euer Olaf

   
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Die MVB fährt nicht mehr!


Hust, schnupf, krächz und mecker. Ja, mecker. Die MVB fährt nicht mehr. Na ja, eingeschränkt wegen zu hohen Krankenstands. Ausgerechnet die Linien, die ich benutzen könnte und zu Zeiten, die meine sein würden. Da habe ich erst mal meinen Frust abgelassen. Bei meinem Nachbarn. Der hört schlecht, und ich kann mal so richtig laut sein. Andere kamen dazu, und alle haben auf die MVB geschimpft. Vollgepi… Sitzbänke, Bier saufende und rumgrölende Jugendliche und dauernd Kontrolleure die eben kontrollieren. Nachdem die Wutsuppe so richtig am Kochen war, quatscht unser neuer Nachbar mich an. Er sieht mich immer mit dem Auto wegfahren. Ja, sind wir denn noch in der DDR, werde ich kontrolliert und ausspioniert? Wieder schimpfen einige. Andere bekommen feuchte Augen und stellen fest, dass ja nicht alles schlecht war, früher. Es sind mehr Straßenbahnen gefahren, und die Jugendlichen waren viel lieber. Das wollte ich mir nun nicht weiter antun. Bin in die Tiefgarage gegangen und mit dem Auto los. Kaum draußen, hält mich der neue Nachbar an. Heute nicht mit der Bahn? Nö, ist die Antwort. Ich fahre sehr selten mit der MVB und, wie gesagt, es sind die Linien, die ich benutzen könnte. Aber nicht mache. Gebe Gas und freue mich auf die vielen Baustellen, Sackgassen und Umleitungen. Das gibt wieder Gesprächsstoff.
Bis bald Euer Olaf

   
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Dem Herzinfarkt ein Stück näher!


Wie jeden Morgen werfe ich mein Radio im Bad an und stecke mir die Zahnbürste in das Gesicht. Dabei lausche ich den Nachrichten. Heute hätte ich doch glattweg fast meine Zahnbürste verschluckt. Aber in kleinen Stücken. Diese hatte ich nämlich zuvor vor Wut zerbissen. Mutti und der Dicke haben sich wieder was ganz Schlaues ausgedacht. Ich hab`s doch nicht an den Ohren, und die Worte aus der Wahlkampfbesudelei habe ich noch im Geist. „Wenn die Maut kommt, wird kein deutscher Autofahrer mehr bezahlen müssen!“ Hätten wir ja wissen müssen. Die meinten, kein Meer. Von der Maut haben sie ja nichts gesagt. Ach ja, schließlich bekommt der Autofahrer sein Geld über Rabatierungsausgleichsindiekfzsteuereingerechnetbeträge rückvergütet. Verstanden? Nö? Na ganz einfach. Die Mutti und der Dicke ziehen den Autofahrern das Fell über die Ohren und verkünden hinterher, dass Nacktkatzen gerade „in“ sind. Noch nicht verstanden? Unsere Volksanführer haben beschlossen, dass der doofe Autofahrer wieder dran ist. Wenn schon die Benzinpreise im Keller sind, das Rauchen sich nicht mehr lohnt, dann muss wieder der Autofahrer dran glauben. Ja, Sie da! Nur weil Sie kein Auto haben, denken Sie wohl, dass Sie nicht dran kommen. Ich habe da so ein Geheimpapier. Da steht was von „Gesamtbenutzungserfassungssondersteuer“ drin. Also die kleine Maut für Gehwege, Bordsteinkanten und Hauseingänge. Glauben Sie nicht? Sie müssen doch nur abwarten können. Mutti und dem Dicken wird das auch noch einfallen.
Viele Grüße Euer Olaf

 
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11 Uhr Vormittags und ich habe die Nase voll. Typischer Novembertag in Magdeburg. Der Nebel wabert und unzählige Baustellen machen das Autofahren zum Horrortrip. Das Autoradio erzählt mir, dass die Post gerade verarmt und dass der Bürger das nicht zulassen darf. Zahlen wir also für den Standardbrief 60 Cent. In 10 Jahren werden die Bürger grinsen und erzählen, wie billig es war im Jahr 2013. Ich brauche erst einmal etwas Aufmunterung. Mein Büro „L“, Cafe Liebig in Magdeburg ist da genau der richtige Ort. Wieso nennt man das eigentlich Schleichwerbung? Ich bin noch nie in das Cafe geschlichen. Die Kellnerin lächelt und mein Tisch ist fast frei. Fünf Minuten später diskutieren wir über globale, fiktive Stromausfälle und ihre Folgen und über Künstler und Kunstwerke. Genau das ist entspannend. Dazu eine, ok - jetzt oute ich mich, zum Kaffee eine Zigarette. Im „Liebig“ gibt es keine gelben Linien, stinkenden Raucherkabinen oder militante Nichtraucheranmache. Vor kurzem war ich auf einem Kreuzfahrtschiff. Schöne Sache, wer es mag. Nur das mit dem Rauchen ist problematisch. Rauchen ist erlaubt, wo es so richtig windig ist. An der Bar oder im Cafe, nein, da nicht. Es geht doch um die Gesundheit der Mitarbeiter. Klar, das verstehe ich. Im Kasino, jedes Kreuzfahrtschiff hat so etwas, da darfst Du, ja musst Du rauchen. Die dicke Luft macht die Atmosphäre. Und die Mitarbeiter? Ist da wohl nicht so wichtig, denn schließlich geht es ja um das liebe Geld. Da bin ich dann auch schon wieder mit meinen Gedanken bei der armen Post. Wenn ich jetzt also noch schnell 500 Briefe versende, dann spare ich glatte 10 Euro. So was Blödes, ich schreibe doch nur E-Mail’s. Wieder nichts mit Schnäppchen.

 
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  Fragen Sie mal die Randale suchenden Fußballfans zu den PISA- Tests. FC Pisa, geile Weiber oder nichts zu Saufen, wird da wohl als Antwort kommen. Und wieso nennt jemand diese Hirnlosen auch noch Fans? Der Ausdruck “Fan“ ist doch eigentlich etwas Ehrenvolles, und “Hirnlose“ für die Krawallmacher geschmeichelt. Psychologen entschuldigen mit Sätzen wie „schwierige Kindheit, Stress am Arbeitsplatz, mal Aggressionen abbauen“ usw. Polizeibeamte müssen deeskalierend daneben stehen und sich beleidigen - und Kinobesucher müssen sich dann „mal eben“ verhauen lassen. Die Fußballvereine können wie immer „mal eben“ nichts machen, und Politiker machen immer dicke Backen und geben viel unnütze Luft von sich. Die sportliche Krönung sind dann da die unsportlichen Ausrutscher von Fußballspielern, die ihren Schiedsrichter „mal eben“ k.o. hauen. „Da ist es „mal eben“ mit mir durchgegangen“, wird danach öffentlich gestammelt, und beim Siegersaufen bekommt der Schläger dann „mal eben“ ein Grinsen zugeprostet oder einen anerkennenden Schlag auf die Schulter durch seine Sportfreunde. Mein lieber Mann. Da kommt mir ja die Galle hoch. Wenn Biathleten ihre Mitbewerber erschießen, Schwimmer sich gegenseitig ertränken oder Zehnkämpfer sich mit dem Speer erstechen würden? Habe ich aber noch nicht gehört. Sind also Straßenteil- oder Kreisligakicker eine andere Gattung denkender Organismus? Opa sagt immer, ab nach Sibirien und Schneebälle herstellen. Wird aber bei dem Klimawandel immer unwahrscheinlicher, und das deutsche Rechtsystem bleibt bei dem drohenden Zeigefinger. Natürlich muss ich mir die Frage gefallen lassen, was ich als Lösung anbiete. Ganz einfach: alle Richter, Staatsanwälte und Verteidiger samt Familie ab in das Stadion und rein in die Fankurve. Danach wird es wohl „mal eben“ auch andere Urteile geben. Du bist dran, sagt mein Sportfreund. Tritt mir vor das Schienbein und wirft mir die Königin an den Kopf. Schach matt.
Bis bald Euer Olaf
 
 
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  Ich schaue nicht gern zurück. Lieber nach vorn, auch wenn ich es nicht immer beeinflussen kann. Ein ordentlicher Künstler archiviert sein Jahresschaffen. Zwangsläufig werde ich dann noch einmal an die Heldentaten oder Misserfolge meiner Zielpersonen erinnert. Man sollte das nicht mit vollem Magen tun. Bei der einen oder anderen Sache kommt es dann „wieder hoch“, das Weihnachts- zwischen den Feiertagen- und Silvesteressen. Sicher gab es tausende wichtige Dinge im abgelaufenen Jahr. Royale Fehltritte und Geburten, Sportlegenden, die nicht nur aussehen wie ein Klops, sondern sich auch noch dazu machen und Fernsehshows, die die Welt wirklich nicht braucht. Ach ja, geldgierige Kirchenhirten, potenzstarke Bella- Italia- Präsidenten, China nicht mehr hinter, sondern auf dem Mond, Radio- Tafelsammlungen für hungernde Deutsche, Baustellen, die keiner will, das Schönreden der Energiekonzerne zu weiter steigenden Preisen, weinende Bankvorstände mit einem Bonus unter 1 Million, Afrikaner, die sich abschlachten und es keinen interessiert, das weitere Abholzen der Regenwälder für die auf Papier gedruckten Klimakonferenzen, der Mindestlohn für Karikaturisten, teurer Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt, die nervenzerreißende Bundeswahlschlacht und natürlich die hirnlosen Gewaltexzesse unserer Primatenfans der Straßen,- Stadtteil oder Regionalkicker. O.k., Sie haben es bemerkt: Einen Mindestlohn für Karikaturisten wird es auch in der Zukunft nicht geben.
Ich habe mich u.a. mehr auf die Wahlschlacht und das Fußball- Schlachtgetümmel zeichnerisch konzentriert. Und mein Ausblick für das Jahr 2014? Es wird sich nichts ändern, glauben Sie mir. Oder hoffen Sie, dass unsere Politiker auf einmal Sie als Bürger entdecken? Das passiert erst wieder zur nächsten Wahl. Und die Primaten, äh Fußballfans? Die werden sich auch weiterhin die „Hucke voll hauen“, Schlachtgesänge grölen und die Spirituosen- Hersteller wird es freuen.
Beste Grüße Olaf Plätschke
 
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  Ach du heiliger Schreck. Der Frühling steht bald vor der Tür und grinst über die Winterspeckbäuche. Diät ist das Zauberwort. In diesem Wort sind so viele Qualen vereinigt. Das Verzichten, sich vergiften mit Schlankmachpillen und Pülverchen, lange Gespräche mit der Freundin, quälen im Fitnesstempel, Speisenauswahldiskussionen, Umsatzschub für Frauenratgeber Zeitschriften, Geld ausgeben für die perfekte Bauch weg- Trainingsbekleidung und das permanente Ärgern über sich selbst zwecks der angefutterten Pfunde.
Dabei kann es doch ganz leicht gehen. So in der Bulimie-Form. Denken Sie doch einfach an die Bundestagsabgeordnetendiätenerhöhungen. Merken sie es schon? Schwupps, da wird mir zumindest sofort speiübel. Das Maß an Bescheidenheit unserer Volksvertreter ist mehr als Brech würdig. Diätenerhöhungen in 10% Schritten sind für das Volk schwer nachvollziehbar. Runde 9000,00€ im Monat verdienen viele Zeit- und andere unterbezahlten Arbeitnehmer nicht in einem Jahr. Da höre ich dann immer, kannst ja auch Politiker werden. Gott sei Dank nicht! Nicht jeder ist mit dem Anpassungs,- Sinnloslaber- und Gier Gen geboren. Und sie sind sich alle einig. Die dagegen stimmen, mit ruhiger Hand, wissen das sie sowieso überstimmt werden. Gier frisst ja bekanntlich Hirn. Kann aber bei den vielen aberkannten Doktortiteln so auch nicht stimmen. Sagen wir lieber, da wo das Hirn fehlt, füllen die Steuerzahler es mit Diätenerhöhungen auf.
Viele Grüße Olaf